• Apotheke "Zum goldenen Horn", Köln
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Apotheke "Zum goldenen Horn"

Ort

Bonner Straße 28
50677 Köln
0221 316480
0221 3319546

 

Die Apotheke mit dem Karussell auf der Bonner Straße ist eine Institution. Als erste Apotheke der südlichen Neustadt 1903 eröffnet, finden dort seitdem die Südstädter Rat, Hilfe und immer ein offenes Ohr, auch über gesundheitliche Fragen hinaus.


Das „Goldene Horn“, als Erinnerung an die Postrelaisstation, die dort im 19. Jahrhundert als Pferdeumschlag-Station die Postkutschen des Kölner Südens am Laufen hielt, ist als Symbol fest verknüpft mit dem prägnanten Eck-Altbau an der Bonner Straße/Ecke Elsassstraße. So musste Jürgen Büsch, der 1996 die Apotheke als dritter Pächter übernahm, unterschreiben, dass er diesen Namen auch niemals ändert. Er hatte auch gar nichts dagegen, ganz im Gegenteil, ein Horn voller Gesundheit kann nur gut und hilfreich sein! Und die Leute, die beim „Goldenen Horn“ an Speiselokale wie dem „Goldenen Kappes“ denken, und die Nummer der Apotheke wählen, um für den Abend einen Tisch zu bestellen, werden zwar nicht satt bei ihm, einem herzlichen Lacher und einem kleinen Schnack am Telefon, können sie sich aber immer sicher sein. Was die Einen durch eine Verwechslung erfahren, macht die Anderen zu Stammkunden: Jürgen Büsch ist der Apotheker zum „Anfassen“.

Als überzeugter Südstädter mit Wurzeln in der Eifel, liebt er sein Leben mittendrin, liebt die Menschen, die hier wohnen und interessiert sich für ihre Geschichten. Die Gespräche mit den Menschen, die zu ihm in die Apotheke kommen, machen für ihn das Besondere an seinem Job aus. Und so bekommt er nicht nur mit, dass der Schnupfen mal wieder die Bewohner des Hauses in der Darmstädter Straße voll im Griff hat, er erfährt auch, wobei er sie am Meisten stört und warum er unbedingt bis übermorgen wieder weg sein muss – der wichtige Termin, das Konzert, die Sportveranstaltung, Jürgen Büsch weiß, was seine Kunden bewegt. Und das hat ihn über die Jahre sensibel gemacht für die Bedürfnisse der Menschen, die seine Apotheke betreten. Für den promovierten Genetiker ist Chemie nicht immer die einzige Lösung, gute alte Hausrezepte gehören für ihn genauso zum verantwortungsbewussten Umgang mit seiner Kundschaft, wie die Empfehlung für ein wirksames Schmerzmittel in Kapselform. Aber so, wie er spürt, wann Leute mit dem Salzwasser-Gurgel-Tipp zufrieden sind, spürt er auch, wann sie nur mit eine Pille wieder gesund werden.

 

Jürgen Büsch versteht seine Arbeit als eine Vertrauenssache und die Hälfte Stammkunden der rund 80.000 Kunden, die jährlich die große Eck-Apotheke betreten, geben ihm recht. Doch der Apotheker und sein 9-köpfiges Team geben nicht nur Ratschläge und industriell hergestellte Medikamente heraus, sie produzieren auch selber Mittel, die es so auf dem Markt nicht zu kaufen gibt. In einer Praxis über der Apotheke behandelt ein Kinderkardiologe herzkranke Kinder. Und weil es auf dem Pharmaziemarkt keine Herzmedikamente für Kinder gibt, arbeitet der Mediziner eng zusammen mit dem erfahrenen Apotheker, der in den Hinterräumen des großzügigen Ladenlokals in einem modernen Labortrakt zusammen mit seinen Mitarbeitern Präzisionsarbeit leistet. Diese Arbeit ist Jürgen Büsch, über die Kundenberatung und –betreuung hinaus, ein wichtiges Anliegen, trägt er damit doch bei, Kindern zu helfen.

Und Kinder, die sind dem zweifachen Familienvater, nicht zuletzt durch die jahrelange Nähe zu Kinderärztin Margret Rieger, ans Herz gewachsen. Und so nennt er das kleine Pferde-Holz-Karussell, das die Kinder lieben und auch die mittlerweile Jugendlichen noch gerne besteigen, „die beste Investition seit 15 Jahren“. Die zweitbeste Idee beruht auf eine rein praktische Erwägung: weil er für eine Mitarbeiterin eine Wohnung in der Südstadt suchte, heftete er ein Gesuch an seine Apotheke. Nach kurzer Zeit meldeten sich sowohl Menschen, die eine Wohnung zu bieten hatten, als auch welche, die selber eine suchten. Kurzerhand entscheid er sich gegen eine Werbung an der Hauswand und für das mittlerweile legendäre schwarze Brett, das schon so viele Wohnungssuchende und Anbieter glücklich gemacht hat. Augenzwinkernd rückt er dann mit dem „wahren“ Grund für die Installation des Wohnungsmarktes für Jedermann raus: „Ich werde einfach so gerne auf Einweihungsparties eingeladen!“

Jürgen Büsch ist Apotheker und immer auch ein bisschen mehr. Pharmaziestudium in Bonn, Promotion in Genetik, Forschungsarbeit an einer Alternative zur Fruchtwasserpunktion und Mitgründung einer biotechnologischen Firma in den USA. Heimatgefühle und der Wunsch nach zwischenmenschlichen Kontakten, haben den Wahlsüdstädter zum Wurzeln-Schlagen in die Südstadt zurückgespült, Ideen verwirklichen und eigene Wege geht er auch hier. Sein neustes Projekt ist das „Pillentaxi“, das man rufen kann, wenn Schmerzen groß und die Möglichkeit, raus zu kommen, klein ist. Interessant ist dieser Service insbesondere für Firmen, aber auch Hotels nehmen in Hinblick auf das Wohlbefinden ihrer Gäste Büschs kostenloser Pillenkurier dankbar in Anspruch. Seine Vision ist, dass das kleine Auto mit der großen Plastikpille auf dem Kofferraum auch des Nächtens durch Köln flitzt, um Schmerzlinderung zu bringen, ein rollender Nachtnotdienst sozusagen. Doch das ist noch Zukunftsmusik und bis es soweit ist, müssen sich die Menschen, die nachts oder am Wochenende unter akuten Schmerzen leiden, selbst aufmachen und Jürgen Büsch im „Goldenen Horn“ aufsuchen. Am liebsten ist dem Apotheker aber natürlich, wenn der Notdienst erst gar nicht in Anspruch genommen wird, dann geht`s den Südstädtern nämlich gut und niemand ist krank.

 

Und außerdem – und da blitzt es kurz auf in den Augen des umtriebigen Büsch – hat er dann mehr Zeit, auf seiner E-Gitarre zu proben, und er zeigt auf die Fender-Boxen, die im Hinterraum der Apotheke stehen und ihm als Gitarristen der Gruppe „Scherbenmeer“ Verstärkung geben.

Kathrin Rindfleisch

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