So ein Schatz: Südstadt-Bibliothek Haus Balchem

Endlich wieder da! Das schienen wirklich alle an diesem sonnigen Eröffnungstag von Haus Balchem zu empfinden, die Donnerstagvormittag ab Punkt elf Uhr hereinströmten. Zuvor hatte sich auf der Severinstraße bereits eine Schlange gebildet und in Nullkommanix war die neue, alte Stadtteilbibliothek brechend voll.

Angebot an Kinder und Interkultur ausgeweitet


Wegen der mit den Hufen scharrenden Besucher draußen fiel die Rede von Stadtbibliotheks-Chefin Hannelore Vogt im Vorfeld auch nur knapp aus: 18.000 Medien im Veedel selbst, Zugriff aber auf alle 800.000 des gesamten Stadtbibliothek-Bestands. Fünftausend aktuelle Tageszeitungen aus hundert Ländern und 40.000 e-books sind zugänglich an der neuen E-Ausleihe, Motto: jetzt leihen, später herunterladen.

 


Das früher schon schöne Angebot für Kinder sei noch erweitert worden, ebenso bleibe man mit besonderem Augenmerk der interkulturellen Arbeit treu – schon am Begrüßungsschild in gut dreißig Sprachen direkt erkennbar.
„Ich find´s super!“ spricht der junge Bücherei-Nachbar Robert Fuchs wohl vielen aus der Seele „Das war schon schade, dass hier sooo lange geschlossen war und man immer zum Neumarkt musste. Das ist jetzt natürlich viel angenehmer und eine Bibliothek ist für die Südstadt einfach ein Muss.“ fügt er hinzu. Auch sei er gespannt auf die „Literatur-Babies“, quasi eine Lese-Krabbelgruppe, die es hier demnächst gebe. Söhnchen Titus, vor seiner Brust im Tragetuch, schnuppert jedenfalls schon mal ersten Bücher-Duft.

Umfassend restauriert


Die Bibliotheks-Räume von Haus Balchem erscheinen nach dem Umbau und der Sanierung des gesamten Hauses wirklich und im Wortsinn in neuem Licht: hell, übersichtlich, extrem einladend und gut strukturiert – zugleich ist es gelungen, den historischen Charakter des Hauses zu bewahren. Die alte Wendeltreppe gleich im Eingangsbereich und die besonders kunstvollen Stuckdecken blieben erhalten, die Modernität etwa von E-Book-Ausleihe und auch den allgemeinen Ausleih- und Rückgabe-Automaten sowie des Beleuchtungskonzepts wirken zurückhaltend. Mehr Platz zum Stöbern und Schmökern und das hereinfallende Tageslicht durch den Erweiterungsanbau rückwärts plus den Austausch der alten Butzenscheiben gegen Klarglas wirken angenehm und machen Lust auf diese Stadtteilbibliothek.

 


Im Obergeschoss bietet sich den Besuchern ebenfalls Neues – ein jetzt zugänglicher Erker mit tollem Ausblick auf Severinskirche und Severinstorburg, inklusive Lesesessel und Kaffee-Station, übersichtliche Ordnung nach Sachbuch, Belletristik, fremdsprachigen Titeln und Jugendbüchern. Und nach hinten dann, mit neuem Blick auf den jetzt sichtbaren Hof und die Rückseiten der Kartäuserwall-Gebäude, findet man Arbeitstische, in den Eröffnungstagen mit besonderen Angeboten auch hier. Überall dazwischen: Schaukelstühle und gemütliche Lese-Ecken.

Wer ist die Kulturdezernentin?


Das herauszufinden war Aufgabe für die Bibliotheks-Erkundung von Teenies der früheren Theo-Burauen-Realschule (jetzt 2-Standortgesamtschule IGIS mit demnächst Oberstufe am Severinswall, Anm. der Red.), die mit ihrem Lehrer gleich den Eröffnungstag nutzten „Wissen Sie, wie die heißt?“ fragen sie, sich mit ihrem Aufgabenbogen im Gemenge umschauend. „Ja, weiß ich“, lautet meine Antwort, „aber schaut mal, dort drüben steht Sie, am besten fragt Ihr sie selbst.“. Denn natürlich hatte es sich Frau Laugwitz-Aulbach nicht nehmen lassen, die Südstädter selbst an diesem Tag zu begrüßen mit einer kleinen Ansprache, ebenso wie der für die Raumgestaltung zuständige Innenarchitekt Andreas Franke.

Neues Team


Am wichtigsten für alle Bibliotheks-Besucher ist aber das neue Team der Stadtteilbibliothek: Die junge Bibiothekarin Swantje Momsen als Leiterin und ihre beiden Kolleginnen Svenja Isken und Gabriele Bock. Auch die drei sind nach monatelanger Einrichtungsarbeit geflasht vom Andrang „die fünfzig kostenlosen Dreimonatsausweise für die Bibliothek waren zack weg.“ sagt Frau Isken lächelnd.
Auf mehr Zeit für Beratung und Gespräch freue sie sich, denn wegen der Ausleih-Automaten entfalle ja das Schlangestehen an den Arbeitsplätzen der MitarbeiterInnen.

 



Auch die Bewohner der Etagen über der Bibliothek, die ihre neuen Domizile schon im Spätsommer 2015 beziehen konnten, hatten sich etwas ausgedacht: Auf ihrem Einweihungsfest seinerzeit sammelten sie unter ihren Gästen Geld und überreichten der Stadtteilbibliothek jetzt zur Eröffnung einen Scheck über 1200€ Spenden. Weil sie damit die Fortführung der interkulturellen Arbeit unterstützen möchten.

Ein gelungener Auftakt also nach der gut dreieinhalbjährigen Schließung dieses Schatzes der Südstadt.

Eröffnungsangebote


Noch bis Samstag, 18.03.2017 bieten die Bibliothek Haus Balchem und ihr Förderverein anlässlich der Wiedereröffnung zahlreiche Sonder-Aktionen wie Glücksrad, Bibliotheksquiz und Lesungen an.


Stadtteilbibliothek Haus Balchem, Severinstraße 15, Tel. 0221.327282
Öffnungszeiten: Mo und Mi, 12-18 Uhr, Do 11-19 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr, Dienstag geschlossen
 


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Judith Levold und die Südstadt sind ein eingespieltes Team. Seit fast dreißig Jahren in Köln und seit fast ebenso langer Zeit im...

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