Filos

Ort

Merowingerstraße 42
50677 Köln
0221 329147
0221 329149

 

„Wer das Filos nicht kennt, hat die Südstadt verpennt.“ Mit diesem Zitat aus der Kritik der TAGNACHT setzt das Filos auf der Merowinger Straße Maßstäbe. Das Filos ist aber auch nicht zu übersehen: An der Ecke zur Vondelstraße stehen die Tische und Stühle in den Sommermonaten wie auf einer italienischen Piazza, man sitzt mit einem Glas Wein in der Sonne, genießt das kühle Kölsch und sucht sich schon mal eines der köstlichen mediterranen Gerichte aus. Wer hier verweilt, der versteht, warum Köln als die nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird: Es ist lebendig, das Leben pulsiert, man sitzt zusammen, klönt, lacht und trifft Freunde.

Das Filos ist seit 1982 ein gemütliches Restaurant und ein einladendes Café zugleich. Abends verwandelt es sich in eine beliebte Kneipe. An der großen Theke, die majestätisch im vorderen Bereich thront, wird man kontinuierlich mit Kölsch versorgt. Weiter hinten sitzt man ein wenig abgeschiedener im schummerigen Licht. Dazwischen versteckt sich ein Separee – hierhin kann man sich getrost zurückziehen, um ungestört den lukullischen Genüssen zu frönen.

Die Speisekarte ist international ausgerichtet und bietet eine Rundumversorgung vom Frühstück über die Mittagskarte bis zum Abendessen. Italienische Pasta findet man hier genauso wie griechische Salate und deftige deutsche Küche. Auf der wöchentlich wechselnden Mittagskarte findet man etwa „Penne mit Schafskäse und Schinken in Champignonrahm“ für 6,50 Euro, wahlweise mit einer Suppe (zusammen 9 Euro) und die Abendkarte verspricht „Lammfilet mit Balsamicojus mit Kartoffelgratin und Marktgemüse“ (16,50 Euro). Saisonale Gerichte und Pizzen, reichhaltige Salate und frische Fischgerichte sind auf der Karte vertreten – alles in einer Preislage zwischen 6 und 16 Euro. Und das umfangreiche Frühstücksangebot lädt täglich von 9 bis 15 Uhr zum Verweilen ein. Die aktuellen Karten kann man sich schon vorher im Internet anschauen.

Freitags und samstags lauschen die Gäste den Sounds der DJs, die einen Mix aus Funk, Soul, Reggae, Latin und mehr spielen. Die Zuschauer aus der neuen Comedia Colonia strömen aus der Vorstellung und beleben das altersgemischte Publikum der Kneipe. Immer wieder steht man einem der mehr oder weniger bekannten Promis der Stadt gegenüber, deren Namen man sich meist nicht gemerkt hat. Und die legendären Silvester-Partys sind ebenso beliebt wie der Tanz in den Mai.

Doch all das ist nichts gegen den Karneval im Filos. Hier tobt die Südstadt. Hier hängt der Nubbel über der Tür. Hier hält Pfarrer Hans Mörtter aus der Lutherkirche seit vielen Jahren traditionell die Totenrede. Und wenn dann „In unserem Veedel“ von den Bläck Fööss angestimmt wird, dann wird auch das kälteste Herz weich. Wer noch nie eine dieser Reden gehört hat, wer noch niemals mit völlig mit fremden Menschen lautstark „Et schönste, wat m'r han, schon all die lange Johr, es unser Veedel“ gesungen hat, der hat die Südstadt wirklich verpennt.

Stephan Martin Meyer