Torburg

Ort

Kartäuserwall 1
50678 Köln
0221 3104593

 

Direkt am Severinstor ist eine Kneipe, die hier schon immer war. Die Torburg. Seit 2000 wird sie von Hülya und Martin betrieben, die ihr nach und nach ein neues Gesicht gegeben haben. Eines ist allerdings konstant geblieben: Es gab hier immer und es wird hier auch immer Reissdorf vom Fass geben. Denn gute Qualität zahlt sich eben langfristig aus. Und so berichten die Wirte auch, dass einige ihrer Gäste gerade wegen des schmackhaften Bieres zu ihnen kommen

Mittags sitzen in der Torburg vor allem Rentner an der Theke. Es sind die Gäste aus der Südstadt, die schon seit langer Zeit hier sind, die gestern hier saßen und die auch morgen wieder ihren Barhocker aus der Ecke ziehen, um sich ein Kölsch zu bestellen. Zu dieser Tageszeit ist auch das Personal der Torburg älteren Semesters. Und so kann man tagsüber den alten und neuen, den kleinen und großen Geschichten aus dem Stadtteil und über die Südstadt lauschen.

Im Laufe des späten Nachmittags findet ein Wandel des Publikums statt: Die Gäste werden jünger, die Musik wird lauter, es kommt Schwung in die alte Torburg. Die Älteren gehen nach Hause, sie waren lange genug in guter Gesellschaft. Jetzt überlassen sie die urige Kneipe der jüngeren Generation. 30plus kann man sie wohl nennen. Und auch das Personal verändert sich entsprechend dem langsam an Alter verlierenden Publikum. Dass die Gäste des Abends ebenfalls wegen der gemütlichen Atmosphäre und des leckeren Kölschs kommen, versteht sich von selbst.

In der Torburg wird geraucht. Das war zugleich eine Entscheidung gegen eine Speisekarte. Da es jedoch genügend Angebote in der Südstadt gibt, die zum Essen und rauchfreien Kölschgenuss einladen, kommen die Gäste gerne in dieses Lokal, in dem sie rauchen dürfen, ohne jedes Mal vor die Tür gehen zu müssen.

Bei schönem Wetter ist es jedoch nicht so schlimm, aus der Torburg vor die Torburg zu treten, denn Stühle und Tische vor der Tür laden zum Verweilen ein. Der Ausblick, der den Gast hier erwartet, ist großartig. Mächtig erhebt sich die mittelalterliche Severinstorburg wie ein Bollwerk über das Lokal. Man sitzt hier mitten im Geschehen, Spaziergänger flanieren vorbei und Manager hetzten von einem Termin zum anderen. Wenn die wüssten, wie einfach sie hier eine kurze Pause einlegen könnten...

Besonders am Wochenende lässt man sich in der Torburg nicht davon abhalten, ausgelassen zu feiern, sich lange zu unterhalten und bis spät in die Nacht eben diese zum Tag zu machen. Und ein besonderer Service garantiert auch die gelungene Feier in den eigenen vier Wänden: Den ganzen Tag über bis zur Schließung des Lokals nach Mitternacht bekommt der durstige Partyveranstalter hier gut gekühlte Pittermännchen. Und vielleicht zieht nach der Feier der enge Zirkel für einen Absacker in die Torburg weiter.

Regelmäßig treten auf der kleinen Bühne im hinteren Teil der klassischen Südstadtkneipe Bands auf. Die Karten besorgt man sich am besten schon früh, denn wenn sich Live-Musik ankündigt, dann wird es schnell voll. Aber auch spontan kommt man natürlich noch rein, Martin und Hülya lassen niemanden im Regen stehen.

Die FC-Spiele werden hier selbstverständlich gezeigt, denn die Tradition muss gewahrt bleiben. Bei internationalen Fußballturnieren wird man in der Torburg immer einen funktionierenden Fernseher finden, ganz egal, ob es die nächste EM oder die dann folgenden WM ist.

Auch der Karneval darf in der Torburg natürlich nicht fehlen, schließlich liegt sie direkt im Epizentrum des Südstadtkarnevals, am Chlodwigplatz. An den tollen Tagen feiert das Stammpublikum zusammen mit den neuen und angereisten Gästen. Und eines schreiben sich die beiden Betreiber auf die Fahne: Sie schenken im Karneval keinen Schnaps aus. An niemanden. Und sie hoffen, dass bald möglichst viele andere Wirte und Kioskbesitzer mitziehen, damit der Südstadtkarneval so erhalten bleibt, wie wir ihn mögen.

www.torburg.de

 

Stephan Martin Meyer

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