Wollen, sollen, können - Die Wochenend-Freuden 3. – 5. März 2017

Wir wollen, sollen und können jetzt nach Karneval fasten. Macht Ihr mit? Schränkt Ihr Süßigkeiten, Handykonsum, Fernsehverhalten, Rauchen oder Alkoholtrinken in den nächsten vier Wochen ein? Von Aschermittwoch bis Ostern werden viele den ein oder anderen Genusskonsum stark zurückfahren. Ich zum Beispiel will versuchen, weniger Zucker zu konsumieren. Aber Kultur solltet Ihr weiterhin rege konsumieren. Hier unsere Tipps für dieses Wochenende.
Zunächst steht ein ernster Programmpunkt auf dem Plan: am 3. März jährt sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs und zweier Nachbarhäuser schon zum achten Mal. Aus diesem Anlass gibt es eine Gedenkveranstaltung an der Einsturzstelle am Waidmarkt, zu der „Köln kann auch anders“ (K2A2) einlädt. Kölns neuer Stadtdirektor Dr. Stephan Keller wird im Gespräch mit Frank Deja (K2A2) über den Stand der Ermittlungen berichten. Oberbürgermeisterin Reker wird auch sprechen. Im Anschluss an die beiden Schweigeminuten wird um 14 Uhr der „Kölner Klagegesang“ durch einen Chor von KölnerInnen mit dem Rapper Becks uraufgeführt werden. Am Freitag, 3.3.17 um 13:15 Uhr am Waidmarkt 2.
   
Neue Entdeckung
Was kann die Stadtverwaltung aus dem Archiveinsturz lernen? Das soll am Freitagabend mit BürgerInnen diskutiert werden. „Köln will anders können! Verwaltungsreform im Dialog mit den Bürgern“ heißt die Diskussionsveranstaltung im Forum der Volkshochschule. Dr. Rainer Heinz ist als Referent für die strategische Steuerung im OB-Büro verantwortlich. Am Freitag könnt Ihr hören, was die Stadt bis jetzt aus der Archivkatastrophe gelernt hat und wie sie das in einer neuen ‚Verantwortungskultur’ verankern will. Entdeckt, ob Bürgerbeteiligung diesmal etwas bringt. Am Freitag von 19:30 bis 20:30 Uhr im Forum Volkshochschule im Kulturquartier an der Cäcilienstraße/Ecke Neumarkt. Eintritt frei.

Grundlage schaffen
Das Team im Mainzer Hof ist voller Elan und geht mit leichten Gerichten und gesundem Fisch in die Fastenzeit. Doch hält es natürlich auch deftige Stärkungen bereit, wie den kräftigenden Rindfleischeintopf mit Bohnen, Süßkartoffeln und Kakao. Oder Ihr versucht den Klassiker: das Mainzer-Hof-XXL-Schnitzel.


Am Sonntag bieten Judith & Martin Kraeber wieder einen ihrer beliebten Kochkurse im Capricorn i Aries an. Diesmal dreht sich alles um „Terrinen und Pasteten“. Wer das schon immer einmal lernen wollte, sollte sich schnell noch telefonisch unter 0221-3975710 anmelden. Los geht’s am Sonntag um 11 Uhr mit köstlichem Kaffee & Croissant. Anschließend wird in der Küche gearbeitet. Der Kochkurs, alle Getränke, das gemeinsam zubereitete Menü und der Wein kosten 95 Euro pro Person.

Pänz, Pänz, Pänz
Am Samstag feiert das neue Stück des Jungen Theaters in der Comedia „Play Galilei“ Premiere. Das Stück schrieb Holger Schober für ein Publikum ab 13 Jahren. „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ Galilei weiß, wovon er spricht. Mit seinen Entdeckungen stellte er das Weltbild seiner Zeit in Frage. Die Inquisition zwingt ihn, seine Erkenntnisse zu widerrufen. Galilei hat drei Kinder und trägt die Folgen seines Handelns nicht allein. Diese Konflikte der Jugendlichen und ihrer Perspektiven auf den elementaren Konflikt zwischen Gewissen und Gesellschaft, Fortschrittsglaube und Verantwortung, Gedankenfreiheit und Macht, die den Stoff in die Gegenwart holen. Premiere am Samstag um 19 Uhr im Comedia Theater. Auch Sonntag 19 Uhr. Eintritt 15 bzw. 10 Euro.
 
Theater, Theater und mehr
Gibt es noch Privatsphäre? Das Musiktheater „format Blackbox“ von Sergej Maingardt und Rosi Ulrich steht am Wochenende im Freien Werkstatt Theater als Wiederaufnahme auf dem Programm. Das düstere Cyber-Märchen ist für Schauspieler, Musiker, Elektronik, Video, Rechner, Datentracking und KI. Ist es die Realität dessen, was schon mit unseren Daten gemacht wird? Big Brother ist kein Spiel mehr und nur der kleine Bruder von „Big Data“. Die Realität hat die Science Fiction Romane über totalitäre Überwachungssysteme längst überholt. - Und alle machen freiwillig mit. Früher galt es als ungeheure Verletzung der Privatsphäre, heute ist es normal. Nicht nur der Staat hat Interesse an unseren Daten, vielmehr sind es unzählige Unternehmen, Lobbyisten, Geheimdienste und unidentifizierbare Organisationen, Algorithmen und Rechenzentren. Whistleblower und kritische Stimmen werden gejagt oder zu harter Haft verurteilt. Unsere Daten werden gesammelt und analysiert. Das Ergebnis sind individuelle Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile, psychologische Verhaltensmuster, Präferenzen, soziografische Klassifikationen. Also: gläserne Menschen, die sich ihrer Verletzlichkeit nicht im Geringsten bewusst sind. Kann der Mensch sich in diesem System behaupten? Und: Welchen Platz wird er einnehmen? Am Freitag & Samstag um 20 Uhr im Feien Werkstatt Theater. Eintritt 18 bzw. 12 Euro. (Foto: Meyer Originals)

Maestro, Musik!
Interessant klingen die Namen der Bands „Roskapankki“ und „Pottriddim“. Sie versprechen viel Skarockpunkkrachmitmelodie und Death Reggae. Und sie kommen aus Bonn und Mülheim an der Ruhr. Da ist Stillstehen verboten. Gerne zitieren Roskapannki Schiller: „Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß“ und auch „In Deine Kehle hier, rinnen muss das Bier“. Na, nix wie hin am Freitag um 20 Uhr ins Tsunami. Eintritt 8 Euro.

Im Bürgerhaus Stollwerck feiert das Musikkabarett „Liebe in Zeiten von so lala“ seine Köln-Premiere. Nach ihrem erfolgreichen Debut präsentieren Virgina Plain (Gesang) und David Kaiser (Klavier & Gesang) ihr zweites Programm. Sie interpretieren Popsongs, Lieder bekannter Kabarettkollegen und singen Eigenkompositionen. Hierbei harmoniert Plains außergewöhnlicher, voller, samtiger Gesang mit Kaisers gefühlvollem Klavierspiel. Da sich offensichtlich alle 11 Minuten ein Single im Internet verliebt, begibt sich Virginia Plain hoffnungsvoll in dem unendlichen WWW auf die Suchen nach dem Prinzen ihrer Träume. Nach einigen kleinen Hürden, könnte alles so wunderbar klappen. Wenn nicht Herr Kaiser seine Finger im Spiel hätte. Sie versprechen einen musikkabarettistischen Abend voller komischer Missverständnisse. Am Sonntag um 20 Uhr und am Sonntag um 18 Uhr im Bürgerhaus Stollwerck. Eintritt 19 bzw. 14 Euro.

Am Sonntag ist die März-Ausgabe der Konzertreihe „Chamber Remix Cologne“ wieder im Kunsthaus Rhenania zu Gast.  Drei Künstler aus verschiedenen Sparten bieten ein spannendes Aufeinandertreffen und beste Unterhaltung. Zunächst spielt der Cellist Niklas Seidl Neue Musik. Ein motorisiertes Cello, das eigens aus Skandinavien eingereist wurde und ein Kassettenrekorder helfen ihm dabei, interessante Klänge zu Gehör zu bringen. Albrecht Maurer sucht mit Fidel und Stimme nach archaischen Klangbildern im Grenzbereich zwischen Neuer Musik, Weltmusik und Jazz. Die beiden Musiker spielen dann im Duo zusammen. Dieses Klangmaterial wird Bernd Keul zu einer elektronischen Weiterentwicklung nutzen. Mit einem 8-saitigen Gitarren-Bass spielt er live dazu. Am Sonntag um 17 Uhr im Kunsthaus Rhenania. Eintritt 9 bzw. 7 Euro.
 
Das Tanzbein schwingen
DJ Al Forno & die alte Oma Angst nehmen Euch am Freitag auf eine wilde Fahrt mit der Palim Palim Bahn durch die Welt der elektronisch verstärkten Musik. „Nonstop Nonsens“ heißt der Abend am Freitag in der Lotta. Los geht’s um 22 Uhr, Eintritt frei.

Die schönen Künste
Am 9. Februar hat Gerhard Richter seinen 85. Geburtstag gefeiert. Am gleichen Tag eröffnete das Museum Ludwig die Ausstellung „Neue Bilder“ mit 26 abstrakten Werken Richters, die alle im letzten Jahr entstanden sind - dort noch zu sehen bis Anfang Mai. Dies beides zum Anlass nehmend zeigt darum das Odeon-Kino am Samstag um 13 Uhr noch einmal den 2011 entstanden Film „Gerhard Richter Painting“, das den Maler bei der Arbeit zeigt. Ab 12 Jahren, im Odeon-Kino um 13 Uhr, Eintritt 8 Euro. (Bild rechts: "Gerhard Richter Painting" Kinoposter)

Und ebenfalls am Samstag wird in der Galerie O die Ausstellung „60Puls Vera Plus Malerei“ eröffnet. Die Vernissage findet mit Musik und Lyrik von 15 bis 21 Uhr statt. Auch am Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist noch bis Montag in der Mainzerstraße 37 zu sehen. Eintritt frei.
 

Sanft ist der Einstieg in ein abwechslungsreiches Wochenende. Viel Spaß mit den Tipps! Wer noch weitere Veranstaltungen sucht, der findet sie in unserem Terminkalender. Wir treffen uns wieder am nächsten Wochenende. Erholt Euch bis dahin, Eure Aslı

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Aslı Güleryüz ist gebürtige Kölnerin mit „Migrationshintergrund“ wie es so schön heißt. Nach dem Abi fing sie an die Welt zu...

Kommentare

4 Wochen?

von Karneval bis Ostern dauert die Fastenzeit 40 Tage, also 6 Wochen, 40 Tage ist eine "heilige Zeit" , nicht nur für Christen

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